Halle: Rundumerneuerung für PDS-Plakate

Berichteten wir am Wochenende von einer symbolischen Schließung diverser Parteibüros durch Junge Nationaldemokraten, so haben wir heute Gelegenheit, von nicht minder phantasievollen Aktivitäten aus Halle zu berichten. Dort kam es in den letzten Tagen zu einer regelrechten Rundumerneuerung von PDS-Wahlplakaten, der die SED-Nachfolger in recht peinlicher, aber, nach unserem Dafürhalten, durchaus angemessenen Weise an ihre Vergangenheit von vor 20 Jahren erinnerte.

Sichtlich betroffen klagt PDS-Stadträtin Ute Haupt: „Man kann ja unterschiedlicher politischer Meinung sein. Aber das ist wirklich bösartig.“ Tatsächlich ist diese Art der Wahlkampfvereedelung auch nicht bösartiger, als das Zerstören gegnerischer Wahlplakate von Parteien die man nicht leiden kann. Abgesehen davon gehört die Verfälschung von politischen Wahlplakaten bereits seit Jahren zum Handwerkzeug der politischen Linken, kam es doch in den vergangenen Jahren häufiger vor, daß man Wahlplakate von NPD oder DVU verfälschte, um es dann als Satire auszugeben. Wir gehen mal davon aus, daß die Macher dieser Aktionen in Halle mindestens ebenso satirisch sind, wie ihre Kontrahenten auf der Gegenseite.

Doch nicht nur große Plakaten scheinen von diesen Verbesserungsaktionen betroffen zu sein. So meldet die Mitteldeutsche Zeitung vom 16. Mai weiter:

,,Weniger subtil in der Machart, aber dafür mit einiger Vehemenz haben Unbekannte jetzt auch viele der kleinen Wahlplakate an den Laternenmasten in Halle verunstaltet. „An der Südtangente bis zum Böllberger Weg habe ich viele Sprechblasen-Aufkleber gesehen. Die Inhalte waren bei den allgemeinen Plakaten durchaus auf die jeweiligen Parteien zugeschnitten“, hat die CDU-Stadtratskandidatin Ulrike Wünscher festgestellt. Die Polizei habe die Schäden registriert und angezeigt. Bernd Wiegand, Beigeordneter im Rathaus und Stadtwahlleiter, hat von den klebenden Sachbeschädigungen gehört. „Wir haben aber nicht das Gefühl, dass da eine groß angelegte Aktion läuft“, schätzt er ein. Das bestätigt auch Polizeisprecher Rene Richter: „Bisher haben wir 20 Anzeigen wegen der Sachbeschädigung von rund 100 Plakaten. Das ist aber durchaus normal vor Wahlen.“ Übrigens sei das gesamte Parteienspektrum von den Beschädigungen betroffen.“

Offenbar fühlt man sich bei den Parteien nicht zuletzt deshalb betroffen, weil ihre ohnehin abgedroschenen und einfältigen Parolen zur Abwechslung mal von Sprüchen überdeckt werden, die zumindest einen etwas höheren Unterhaltungswert haben.

Siehe auch
Mitteldeutsche Zeitung 16.05.09
http://immovie.wordpress.com/2009/05/12/stasi-wahlplakat/

Quelle: Altermedia